So verhindern Sie Pfusch am Bau

April 15, 2020

4:01 pm

Baupfusch erkennen

Wenn Subunternehmen fahrlässig arbeiten, mit den Gedanken nicht bei der Sache sind oder unter zu viel Zeitdruck arbeiten, droht Pfusch am Bau. Die Flüchtigkeitsfehler in Planung und Bauausführung beginnen meist als Kleinigkeit und lösen einen Dominoeffekt an Baumängeln aus. Diese wiederum haben schwerwiegende Folgen – sowohl ökonomisch als auch psychisch.

Schützen Sie sich deshalb vor Pfusch am Bau! Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.

Pfusch am Bau – Beispiele, Ursachen, Folgen

Baupfusch ist eines der Phänomene, mit der die Baubranche schon seit eh und je zu kämpfen hat – und es wahrscheinlich auch in Zukunft haben wird. Die Flüchtigkeitsfehler treten in bunter Vielfalt auf. Jedes Bauprojekt hat andere typische Ecken, bei denen Handwerker gerne mal das sorgfältige Auge zudrücken. Besonders häufig geschlampt wird in diesen Bereichen: 

  • Mangelhafte statische Berechnung
  • Mangelhafte Abdichtung von Keller und Fundament
  • Fehlerhafte Dämmung
  • Fehlerhafte Installationen
  • Nicht fachgerecht ausgeführter Mauerwerksverband
  • Kein fachgerechter Einsatz von Baustoffen

Ebenso vielfältig wie die Erscheinungsformen von Pfusch am Bau sind auch die Ursachen.

Preisdruck

Im Kampf gegen die Konkurrenz sehen sich viele Handwerksbetriebe gezwungen, preisgünstige Angebote abzugeben. Ob diese anschließend realistisch umgesetzt werden können, ist zunächst zweitrangig. In erster Linie gilt es, die Ausschreibung zu gewinnen. Damit der Subunternehmer seine Versprechungen im Anschluss einhalten kann, sind Einsparungen nötig. So wird mit Baumaterialien unsachgemäß umgegangen, an Baumaterial oder Verbauten eingespart. 

Schlecht qualifiziertes Personal

Fachkräfte sind in der Baubranche Mangelware. An jeder Ecke wird geschultes Personal gesucht. Sind keine geeigneten Leute verfügbar, sind Subunternehmer gezwungen mit weniger qualifizierten Handwerkern zu arbeiten. Sei es aufgrund mangelnder Ausbildung, Sprachbarrieren oder fehlender technischer Kenntnisse: Die Zusammenarbeit mit nicht qualifizierten Arbeitskräften kann schwerwiegende Folgen haben. Eine davon ist Pfusch am Bau.

Planungsfehler

Auch wenn die Handwerker noch so sorgfältig arbeiten: Wenn Planungsfehler vorliegen, können diese nur scheitern. Ist die Statik falsch berechnet, Installationen falsch geplant oder Räume falsch vermessen, sind Baumängel vorprogrammiert. Auch diese Arten von Fehler gelten als Pfusch am Bau.

Hektik

Da Verzögerungen viel Geld und Nerven kosten, setzen Bauunternehmen alles daran, diese zu verhindern. „Zeit ist Geld“ ist nicht nur am Bau eine richtungsweisende Devise. Ist der Bauzeitenplan jedoch mangelhaft geplant, folgen nicht nur zu Stress und Burnout sondern auch Hektik in der Bauausführung. Für Sorgfalt ist dann häufig keine Zeit. Und Baupfusch die Konsequenz. 

Folgen von Baupfusch

Auch wenn es sich häufig zunächst um kleine Fehler handelt: Pfusch am Bau hat schwerwiegende Folgen – sowohl für das Bauwerk selbst als auch die ausführenden Unternehmen und den Bauherr. Liegen Mängel in der statischen Berechnung vor, so drohen Risse im Mauerwerk. Wurde bei der Abdichtung von Keller und Fundament geschlampt, kann Feuchtigkeit eindringen. So werden aus zunächst unbedeutenden Flüchtigkeitsfehlern schnell erstzunehmende Baumängel, die Bauunternehmen in den finanziellen Ruin treiben können und die Psyche aller Projektbeteiligten auf die Probe stellen.

Vom Baupfusch zum Baumangel

Aus rechtlicher Sicht liegt ein Baumangel vor, wenn ein Gebäude nicht den anerkannten Regeln der Technik entspricht (vgl. $VOB/B §13 Nr.1 S.2) beziehungsweise ein Gebäude nicht die zuvor vereinbarte Beschaffenheit aufweist (vgl. BGB §622 Abs.2 S.1). Sobald ein Baumangel identifiziert ist, wird es für die Beteiligten schnell ungemütlich. Die große Frage lautet: Wer haftet für den Schaden?

Haftung für Baumängel

Generell gilt: Wer einen Baumangel oder Pfusch am Bau verursacht, muss für die Beseitigung, die Ausbesserung oder den Ersatz haften. Wäre diese Theorie so einfach umzusetzen, hätten wohl die meisten Bauunternehmen ein leichteres Leben. In der Praxis sieht die Welt jedoch leider ganz anders aus. Aufgrund der zunehmenden Komplexität von Bauprojekten werden die Prozesse der Bauausführung immer komplizierter, immer verzahnter. So ist es häufig im Nachhinein schwer nachzuvollziehen, wo die Ursache eines Baumangels liegt. Dazu kommt, dass sich Baumängel in vielen Fällen erst nach einiger Zeit bemerkbar machen. Wann der Baumangel festgestellt wird, ist für die Haftung entscheidend. 

Vor der Bauabnahme haftet das ausführende Gewerk für seine Leistung.

Nach der Bauabnahme haftet der Bauleiter beziehungsweise der Bauleitende Architekt für das Werk. 

Stellt dieser nach der Abnahme einen Baumangel fest, so kann er von der Gewährleistung Gebrauch machen.

Gewährleistung bei Baumängeln

Die Gewährleistung bezeichnet die Pflicht des Auftragnehmers für Rechts- und Sachmängel am Vertragsgegenstand einzustehen. Sie fungiert als Haftung gegenüber dem Arbeitgeber, dass das Werk zum Zeitpunkt der Abnahme mangelfrei ist, die zugesicherten Eigenschaften besitzt und zum vertraglich festgesetzten Gebrauch geeignet ist. Wie lange die Gewährleistung gilt, richtet sich nach dem Gesetzbuch, das dem Bauvertrag zugrunde liegt. Im BGB ist in §634a eine 5 jährige Gewährleistungsfrist für Mängelansprüche an Bauwerken festgehalten; gemäß des §13 VOB/B endet die Gewährleistungsfrist nach 4 Jahren beziehungsweise im Fall von nicht fest eingebauten Einrichtungen nach 2 Jahren. Darüber hinaus ermöglicht die VOB/B die Vereinbarung längerer Fristen für ganze Gebäude oder einzelne Teile.

Wird ein Baumangel nach dieser Frist festgestellt, so hat der Bauherr keine Möglichkeit mehr, die Schuld von sich zu weisen. Einzige Ausnahme: Dem Subunternehmer ist Arglist nachzuweisen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn das Gewerk wichtige Arbeiten aus Kostengründen übersprungen hat. Liegt Arglist vor, so wird die Gewährleistungsfrist auf 30 Jahre verlängert. 

Wird ein Baumangel während der Gewährleistung identifiziert und angezeigt, so hat der Subunternehmer die Pflicht diesen nachzubessern. Verweigert er dies, so gilt der Vertrag als nicht erfüllt und dem Auftraggeber stehen Schadensersatzansprüche zu. Um diese Gewährleistungsrechte durchsetzen zu können, muss jedoch eine Voraussetzung erfüllt sein: Der Baumangel muss wirksam angezeigt werden.

Anzeige von Baumängeln

Um Baumängel anzuzeigen, müssen Bauunternehmen eine Mängelrüge stellen. Eine Vorlage für eine Mängelrüge finden Sie hier zum Download. Das Dokument muss schriftlich an den Auftragnehmer gerichtet werden, eine detaillierte Beschreibung des Mangels sowie eine klare Aufforderung zur Beseitigung Innerhalb einer festgelegten Frist enthalten. Die Frist zur Mängelbeseitigung definiert der Auftraggeber selbst. Sie muss dem Subunternehmer ausreichend Zeit einräumen, um den Mangel zu sichten, das nötige Material zu besorgen und den Mangel zu beheben. Ob diese wenige Tage, Wochen oder Monate beträgt, richtet sich nach dem Baumangel.

Behebt der Subunternehmer den Mangel innerhalb der festgelegten Frist nicht, so können Sie ihm einmalig eine Nachfrist setzen. Ist auch nach dieser Zeit keine Nachbesserung erfolgt, so können Ihnen Schadensersatzansprüche zustehen – sowohl für die Alternativfirma, die Sie beauftragen, als auch die Schäden, die Ihnen durch die Verzögerung entstehen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt raten wir Ihnen dringend auf baurechtliche Unterstützung zu setzen. Finanzielle Schäden durch Baumängel sind nicht zu unterschätzen!

So verhindern Sie Pfusch am Bau!

Der kurze Exkurs in die Welt der Baumängel beweist: Mit Pfusch am Bau ist nicht zu spaßen. Um Baumängeln vorzubeugen gilt es, die kleinen Flüchtigkeitsfehler frühstmöglich zu identifizieren und zu beheben. Hierfür sollten Sie die folgenden drei Regeln beachten:

Baubegleitende Qualitätskontrolle!

Anstatt Bauleistungen erst nach deren Abschluss zu kontrollieren, sollten Sie schon im Laufe derer Entstehung mit einem wachen Auge dabei sein. Ob in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Sachverständigen: Nehmen Sie sich Zeit für eine sorgfältige baubegleitende Qualitätskontrolle. Sie beugen damit nicht nur Pfusch am Bau vor, sondern sammeln schon im Laufe des Bauprojektes wichtige Beweismaterialien für die Mangelhaftung. 

Augen auf bei der Bauabnahme!

Mit der Bauabnahme erkennen Sie die Leistung Ihres Subunternehmers an. Die Haftung für das Werk geht in diesem Zusammenhang auf Sie über – und die Beweislast kehrt sich um. Sehen Sie deshalb bei der Bauabnahme lieber zweimal hin, gehen Sie mit besonderer Sorgfalt vor und führen Sie ein detailliertes Bauabnahmeprotokoll. Eine Vorlage finden Sie hier zum Download.

Wer schreibt, der bleibt!

Nicht nur bei der Bauabnahme, sondern auch bei allen anderen Prozessen gilt das altbewährte Motto „wer schreibt, der bleibt“. Auch wenn mündliche Absprachen schneller gehen, bergen sie für die Haftung und Gewährleistung ein großes Risiko. Notieren Sie Hinweise, Entdeckungen und Absprachen deshalb immer schriftlich. Wenn Sie mit einer Bausoftware arbeiten, gelingt die Dokumentation mühelos: Anstatt immer mit Stift und Papier herumzulaufen, schnappen Sie sich einfach Ihr Smartphone oder Tablet und diktieren Ihrem digitalen Helfer die Information. In Sekundenschnelle ist diese in Ihrem Bauprojekt abgespeichert und im Nachhinein auffindbar. 

Gegen Pfusch am Bau mit Bausoftware

Wenn Sie diese drei goldenen Regeln beachten, sind Sie in Sachen Pfusch am Bau gut aufgestellt. Mit einer Bausoftware können Sie diese ganz einfach in Ihren Baustellenalltag integrieren. Von der digitalen Arbeitsweise profitieren alle Projektbeteiligten!

Bauleiter: vereinfachte Bauausführung

Bauleiter haben bei der Bauausführung meist mit drei großen Problemfeldern zu kämpfen: Dokumentenchaos, Baudokumentation und Kommunikation mit den Gewerken. All diese Prozesse vereinfacht eine Bausoftware wie Capmo. Dank der Arbeit mit digitalen Dokumenten sind Mängellisten, Baupläne und Bautagebucheinträge in der aktuellen Version immer und überall verfügbar. Mittels der exakten Verortung im digitalen Bauplan, der automatischen Zuweisung und die Kommentarfunktion gelingt die Kommunikation mit den Gewerken in Capmo denkbar einfach. Anstatt mit Stift, Papier, Kamera und Chat-Programm arbeiten haben Bauleiter und bauleitende Architekten alles, was sie für eine sorgfältige Bauausführung benötigen, in der Hosentasche.

Bauherren: Analyse des Baufortschritts

Bauherren sind nicht täglich auf der Baustelle vor Ort. Trotzdem haben sie ein Interesse daran, den Baustellenfortschritt zu verfolgen. Capmo ermöglicht dies mit praktischen Dashboards. Indem diese die auf der Baustelle aufgenommenen Tickets analysieren und übersichtlich darstellen, legen sie den Status des Bauprojekts offen. So können Bauherren Fehlerquellen und Probleme frühzeitig erkennen und rechtzeitig reagieren. Dank der transparenten Arbeitsweise bleibt kein Raum für vertuschte Flüchtigkeitsfehler und Pfusch am Bau.

Handwerker: unverzügliche Bestätigung des Arbeitsfortschritts

Vor der Abnahme liegt die Haftung für Baumängel beim Gewerk. Um ihre mangelfreie Arbeitsweise zu beweisen, haben auch die Subunternehmer ein Interesse an einer detaillierten Dokumentation der Arbeitsfortschritte. In Capmo können Subunternehmer kostenlos am Projekt mitwirken, die ihnen zugewiesenen Aufgaben abarbeiten und den Fortschritt schriftlich und fotografisch dokumentieren. Sobald der Status des Tickets auf „freigemeldet“ geändert wird, erhält der Bauleiter eine Bauleiter eine Information. Als Auftraggeber haben Sie nun die Möglichkeit, die Leistung unverzüglich zu kontrollieren und im positiven Fall das Ticket zu schließen sowie im negativen eine Nachbesserung anzuordnen. Baumängel als Folge von verschleppten Ungenauigkeiten gehören damit der Vergangenheit an.

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Nein, bei mir gibt es nichts zu verbessern.