Stufenplan Digitales Bauen und Planen: Das müssen Sie beachten!

Juni 19, 2019

12:35 pm

2020 sollte das Stichjahr sein. Laut dem Plan des Bundesministeriums sollen bis zum Wechsel des Jahrzehnts alle Vorkehrungen für BIM getroffen sein. Hierfür verabschiedete das Ministerium den Stufenplan Digitales Bauen und Planen. Was sich dahinter verbirgt und welche Folgen dieser für die Baubranche hat, erfahren Sie im Folgenden.

Was ist der Stufenplan?

“Wir starten eine Offensive zur Digitalisierung der Baubranche. Wir wollen das digitale Planen und Bauen bundesweit zum Standard machen.”

Mit diesen Worten präsentierte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Jahre 2015 den sogenannten “Stufenplan Digitales Planen und Bauen”. Ziel des Aktionsplans ist es, Definitionen für ein gemeinsames Verständnis des Building Information Modeling (BIM) bereit zu stellen und Anforderungen klar festzuhalten.

Der Stufenplan beschreibt ein Modell, das einen Ablauf zur Anwendung des digitalen Planens und Bauens darstellt. Er fordert Auftraggeber und Arbeitnehmer gleichzeitig dazu auf, diesem Ablauf zu folgen und die Anforderungen umzusetzen. Durch Mindestkriterien, die für ein Leistungsniveau zur Arbeitsmethode BIM festgelegt werden, soll ein einheitlicher Prozess geschaffen werden. Mit einem Zeitplan gibt er die Schritte vor, um Niveau 1 erfolgreich erreichen zu können.

Wer hat den Stufenplan entworfen?

Für die Entwicklung des Stufenplans beauftragte das BMVI die “planen-bauen 4.0 Gesellschaft zur Digitalisierung des Planens, Bauens und Betreibens mbH” (planen-bauen 4.0). Diese setzt sich aus Verbänden der Planungs- und Bauwirtschaft zusammen und ist somit eine nicht-staatliche Institution. Dank planen-bauen 4.0 sind in der Entwicklung des Stufenplans Vertreter aller Branchen der Bauwirtschaft, sowie öffentliche und private Bauherrn beteiligt.

Was beinhaltet der Stufenplan Digitales Bauen und Planen?

Der Stufenplan ist in drei Schritte gegliedert. Die erste Stufe (2015-2017) ist die Vorbereitungsphase, in der die ersten Pilotprojekte durchgeführt und Standardisierungsmaßnahmen getroffen werden. Gleichzeitig sollen Akteure besser aus- und weitergebildet werden, um auf die Veränderung vorbereitet zu sein. In der zweiten Stufe (2017-2020) wird die Pilotphase erweitert. Rechtliche Fragen sollen geklärt und BIM-Leitfäden entwickelt werden, um die Prozesse im Lebenszyklus eines Bauwerks effektiver zu gestalten. Die dritte Stufe sieht eine breite Implementierung des Leistungsniveaus 1 vor, sodass sich jedes neue infrastrukturbezogene Bauprojekt auf diesem Niveau bewegen muss.

Was bedeutet das Leistungsniveau 1?

Mit dem Leistungsniveau 1 werden bestimmte Anforderungen an Projekte und ihre Auftraggeber gestellt:

Erstellen der “Auftraggeber-Informations-Anforderungen” (AIA)

In den Auftraggeber-Informations-Anforderungen legt der Arbeitgeber seine Anforderungen an den Arbeitnehmer fest. Sie beinhalten den Informationsbedarf des Arbeitgebers und beschreiben, welche Daten in welchem Umfang von den jeweiligen Planern zu einem bestimmten Zeitpunkt geliefert werden sollen.

Fachmodellbasiertes Arbeiten

Das Fachmodellbasierte Arbeiten erfordert, dass jede Fachplanung ihr eigenes Modell erstellt und daran arbeitet. Die Konsistenz der einzelnen Modelle wird durch Prüfungen an einem Koordinationsmodell vorgenommen. Die Abgaben der jeweiligen Leistungen erfolgen dadurch in digitaler Form.

Herstellerneutrale Datenformate

Die vom Arbeitgeber geforderten Daten sollen in herstellerneutralen Formaten geliefert werden müssen. Dies ermöglicht einen reibungsfreien Datenaustausch zwischen den verschiedenen Parteien, da jedes Dokument von unterschiedlichen Programmen geöffnet werden kann; ohne, dass Informationen verloren gehen.

BIM als Planungsinstrument im Vertrag

Die Anwendung von BIM soll explizit in den Verträgen erwähnt werden.

Definieren eines “BIM-Abwicklungsplans” (BAP)

Der BAP, auch “BIM-Projektabwicklungsplan” oder “BIM Execution Plan” genannt, wird auf Basis der AIA definiert. Er definiert die BIM-Ziele, sowie organisatorische Verantwortlichkeiten und Strukturen und legt die Leistungen sowie Anforderungen an Software und Datenaustausch fest.

Gemeinsame Datenumgebung

Eine gemeinsame Datenumgebung fördert einen verlustfreien Datenaustausch und organisiert die Aufbewahrung der ausgetauschten Daten. Dadurch wird sichergestellt, dass keine Informationen verloren gehen und dass sie beispielsweise auch nach Fertigstellung des Objekts organisiert auffindbar sind.

Bislang fehlt die Standardisierung der einzelnen Prozesse, wodurch auch keine Muster für Dokumente wie der AIA oder BAP vorhanden sind. Seit Ende des Jahres 2017 befasst sich der VDI mit dieser Aufgabe (Siehe auch: Aufruf des VDI).

Wo befinden wir uns?

Momentan befinden wir uns momentan in Schritt 2 – der erweiterten Pilotphase. Somit befinden wir uns aktuell zwischen der Vorbereitungsphase und der letztendlichen Implementierung. Auf Basis der bis Ende 2018 gewonnenen Erkenntnisse sollen weitere Initiativen zu Umsetzungen gestartet werden. Ein wesentlicher Aspekt ist hierbei die Nutzung digitaler Modelle über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg sowie eine bessere Vernetzung von Daten. Gleichzeitig wird ausgearbeitet, wie es weiter geht. Konkret: Wie soll das nächste Leistungsniveau aussehen, was soll es beinhalten, um die gesetzten Ziele zur Digitalisierung erreichen zu können?

Welche Auswirkungen hat der Stufenplan auf die Baubranche?

Auch wenn es auf dem ersten Blick nicht so scheint, ist der Stufenplan an alle Akteure der Bauwirtschaft gerichtet. Das Ziel ist es, die Einführung digitaler Methoden in der gesamten Wertschöpfungskette eines Bauwerks sicherzustellen. Im ersten Schritt werden Infrastrukturprojekte adressiert. Langfristig führt jedoch auch in anderen Bereichen kein Weg an der Digitalisierung vorbei. Mit dem Stufenplan werden Erfahrungen gesammelt und Standards geschaffen, von denen am Ende nicht nur die öffentliche Hand oder der Straßen- und Tunnelbauer, sondern die gesamte Baubranche profitieren wird. Mit dem Stufenplan Digitales Bauen ebnet der BMVI den Weg zur Digitalisierung und fordert Auftraggeber und -nehmer dazu auf, diesen gemeinsam zu beschreiten.

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