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Fachkräftemangel im Bau

Fachkräftemangel am Bau: Wie man Talente für sich gewinnt

Trotz Bauboom und vollen Auftragsbüchern fällt es Unternehmen der Bauwirtschaft zunehmend schwer weitere Aufträge zeitnah umzusetzen. Denn sowohl ausführende Bauunternehmen als auch Architektur-und Ingenieurbüros fällt es immer schwieriger gut ausgebildete Ingenieure für sich zu gewinnen. Allein im vierten Quartal 2017 konnten laut VDI 30.000 Ingenieursstellen nicht besetzt werden. Vor allem in den Bereichen Bauleitung und Objektbetreuung wird es für Unternehmen immer härter qualifizierte Kräfte zu finden. Der Fachkräftemangel ist in der Bauindsutrie angekommen.  

Während vor 10 Jahren nur wenige Stellen offen blieben, fehlten in der Bauleitung 2017 tausende Fachkräfte. Die Vielzahl fehlender Bauleiter macht sich bereits heute bei öffentlichen Bau- und Sanierungs­vor­haben bemerkbar. So mussten Kommunen teilweise aktuelle Bauvorhaben oder Sanierungspläne verschieben oder gar auf Eis legen. Am medienwirksamsten dabei sicherlich öffentliche Großprojekte wie die Sanierung des alten Elbtunnels in St. Pauli oder die einschlägigen großen Verkehrsbauprojekte. Doch auch zehntausende nie erwähnter lokale Projekte sind betroffen.

Selbst für die Privatwirschtaft wird der Fachkräftemangel im Bauwesen ein immer größeres Problem. Unkonventionelle und besonders kreative Ansätze junge und erfahrene Talente für sich zu gewinnen sind daher heute keine Seltenheit mehr. Um Bauleiter, Planer und Objektbetreuer auf sich aufmerksam zu machen, setzen sowohl mittelständische Unternehmen wie z.B. die Firmengruppe Gebrüder Schmölzl  als auch Konzerne wie Strabag auf Inhalte in sozialen Medien wie YouTube, Facebook, und Co.

Auch wir wurden zur Grill pool challenge nominiert. A bissl Gaudi muss scho sein also hama mitgemacht. Unser Video seht…

Gepostet von Gebr. Schmölzl GmbH & Co.KG am Donnerstag, 22. Februar 2018

 

Aber auch ausgefallenere Ansätze wie die “Improve lifes – Start with yours” Kampagnen der Firma Arcadis zielen darauf ab potenzielle Mitarbeiter auf die eigene Firma aufmerksam zu machen und zu begeistern. Für solche aufwendigen und kostspieligen Kampagnen haben meist nur Großkonzerne und große Büros die nötigen finanziellen Ressourcen.

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist es daher wichtiger denn je sich als attraktiver Arbeitgeber darzustellen. Nur wer sich als attraktiver Arbeitgeber mit Entwicklungsperspektive von der Konkurrenz abzugrenzen, wird es zukünftig noch schaffen qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen. Da derzeit etwa 6% aller Bauingenieur jährlich in Rente gehen, und lediglich drei von fünf Stellen durch Neueinsteiger ersetzt werden können, dürfen sich Firmen in der Mitarbeitergewinnung künftig nicht ausschließlich auf Hochschulabsolventen und Jungbauleiter fokussieren.

Fünf Erfolgsrezepte aus der Praxis erweisen sich als besonders effektiv, um auch in Zeiten des Fachkräftemangels am Bau hochmotivierte Architekten, Bauingenieure, und Co. für sich zu gewinnen:

Einsatz digitaler Werkzeuge

Jeder Handwerker ist nur so gut wie sein Werkzeug. Während viele Firmen in der Bauwirtschaft dieses Sprichwort ausschließlich auf Baumaschinen, Material und Messgeräte beziehen, interessieren sich gerade jüngere Mitarbeiter für digitale Werkzeuge wie BIM-Tools und Software zur Unterstützung auf der Baustelle.

Diese sind besonders interessant, da Bauleitern dadurch zeitraubenden Dokumentations- und Planungsaufwand einsparen und Fehler vermeiden. Gerade die einfache softwareunterstützte Baufortschrittsdokumentation, Mängelaufnahme, etc. sind vielen Bauleitern eine Last und lassen den Job unattraktiv erscheinen. Ein Paradebeispiel wie der Einsatz von moderner Software Effizienzen steigert und gleichzeitig als Magnet für angehende Bauleiter wirkt ist die Firma Muck aus Ingolstadt und Rieder Bau aus Kufstein. Beide Firmen setzen konsequent auf den Einsatz moderner Software und neuen Technologien und konnten so ihr Nachwuchsproblem und damit den Fachkräftemangel lösen. 

Gerade um für jüngere Architekten und Ingenieure interessant zu sein, ist es für Bauunternehmen und Büros aller Größen unerlässlich auf die Unterstützung durch moderne Software zu setzen. So können eine Vielzahl der für Bauleiter so zeitraubenden und repetitiven Prozesse wie Mängelmanagement und Kostenplanung automatisiert und erleichtert werden. Für Mitarbeiter ist jedoch nicht nur der Wegfall zeitraubender Prozesse relevant, sondern vor allem die Möglichkeit sich mit neuen Technologien beschäftigen zu können.

Eine Liste mit intelligenten Softwarelösungen für alle Leistungspahsen finden Sie in dem Artikel  “3 Apps für Bauleiter“! 

Bauleiter als Ingenieur mit Managementkompetenz positionieren

“Wenn jemand auf einem Bagger sitzen oder bei über 30 Grad Asphalt einbauen soll, ist die Attraktivität ein bisschen schwerer darzustellen, als wenn ich in einem klimatisierten Büro sitze oder Home-Office machen kann.” So beschreibt Josef Geiger, Präsident des Bayerischen Bauindustrieverbandes, die Herausforderung potenzielle Anwärter von einem Job auf der Baustelle zu überzeugen. Eben dieses Bild von Knochenarbeit bei -10 genau wie bei 30 Grad im Schatten haben auch viele potenzielle Bauleiter.

Um wieder mehr Mitarbeiter für die Position als Bauleiter oder Objektbetreuer zu begeistern, müssen Arbeitgeber hier in die Kommunikations-Offensive gehen. Denn obwohl die Realität eines Bauleiters heute ganz anders aussieht, denkt die Mehrheit beim Jobprofil Bauleiter immer noch an auf einen Bagger sitzen und bei über 30 Grad Asphalt einbauen. Heute sind Bauleiter vor allem eins: Bau-Fachexperten mit ausgeprägter Projektmanagement und Führungsverantwortung, um von Einfamilienhäusern bis zu großen Infrastrukturprojekten alles zu ermöglichen.

Wie man die Position Bauleiter erfolgreich und attraktiv an Bewerber kommuniziert, und so dem eigenen Fachkräftemangel entgegentritt zeigen beispielsweise die Firmen Schleburg und Konstruktionsgruppe Bauen AG.

 

Leute früh gewinnen

Junge Fachkräfte für  die Bauwirtschaft zu begeistern erfordert hohen Aufwand. Das dies keine hohle Phrase ist zeigt das Beispiel der Firma Ed. Züblin. Hier ist früher Kontakt zu zukünftigen Ingenieuren Chefsache und fängt bereits bei Schülern an. Daher nimmt sich Klaus Pöllath, Vorstand und  technischer Verantwortlicher für den Hoch- und Ingenieurbau bei Züblin, auf dem Tag der Bauindustrie zwischen Minister-und Vorstandstreffen persönlich Zeit für Fragen von Schülern und Studenten.

Denn nur wer junge Talente früh auf sich aufmerksam macht und begeistert hat später eine realistische Chance diese für sich zu gewinnen. Denn über die Hälfte aller Bauingenieure und Architekten hatte bereits während des Studiums Kontakt zum späteren Arbeitgeber oder sogar schon für diesen als Werkstudent oder Praktikant gearbeitet. Wer sich als Unternehmen nicht schon an den Universitäten und Hochschulen engagiert verliert folglich die Hälfte aller potenziellen ausgebildeten Mitarbeitern. Was können und sollten Unternehmen also unternehmen, um frühzeitig mit Fachkräften in Kontakt zu kommen.

Gute Möglichkeiten um einen direkten Kontakt zu Studenten aufzubauen bieten etwa persönliche Treffen auf Hochschulkarrieremessen. Gute Beispiele dafür sind z.B. die Einzelgespräche auf der Messe IKOM Bau der TU München, das Karriere-Forum “BAU” des Vereins für Hochschulkontakte e.V. in Frankfurt, oder die Firmenkontaktmesse der RWTH Aachen.

Noch persönlicher können Unternehmen Kontakt zu potenziellen Nachwuchs Mitarbeitern durch die Ausschreibung von Deutschlandstipendien knüpfen. Für 150€ im Monat fördert man als Unternehmen einen ausgewählten Studenten und kommt dadurch in direkten Kontakt. Andere Alternativen sind Kooperationen in Lehrveranstaltungen mit Instituten und Lehrstühlen von Universitäten und Hochschulen. Viele Einrichtungen wie z.B. die Bauingenieur Fakultät der Hochschule München oder die Bauingenieurs-Studienvertretung des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bieten eben solche Kontaktmöglichkeiten zwischen Studenten und Unternehmen aller Größen.

Der Fachkräftemangel wird sich nicht von selber lösen…

Der Fachkräftemangel in der Bauindustrie wird weiter steigen und sich nicht von selbst lösen. Daher müssen Bauunternehmen und Architektur-/Ingenieurbüros aller Größen proaktiv handeln um Fachkräfte wie Bauleiter und Objektbetreuer für sich zu gewinnen. Vier erfolgreich in der Praxis erprobte Ansätze, um Mitarbeiter für die eigene Firma zu begeistern sind:

  • Konsequent und frühzeitig digitale Tools im Unternehmen einsetzen, um Mitarbeiter mit neuen Technologien zu begeistern und zu entlasten. Erfolgreich fahren mit diesem Ansatz z.B. die Firmen Muck Ingenieure und Rieder Bau
  • Die Rolle eines Bauleiters als Ingenieur mit Managementkompetenzen betonen. Dadurch gelingt es z.B. der Konstruktionsgruppe Bauen AG erfolgreich Talente für sich zu gewinnen.
  • Potenzielle Mitarbeiter bereits während der Ausbildung an Universität oder Hochschule ansprechen, um frühzeitig in Kontakt zu kommen. Dies setzt mittels Social Media Auftritt und Präsenz auf Hochschulmessen die Firma Schmölzl erfolgreich um.

 

Während einige Maßnahmen viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, können durch den Einsatz digitaler Tools nicht nur neue Mitarbeiter angezogen, sondern auch erfahrene Unterstützt werden. Im Artikel “3 Apps für Bauleiter” sind die wichtigsten Tools zusammengefasst.

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