[eBook] Fachkräftemangel in der Bauindustrie: Wie Sie als Unternehmen reagieren können

eBook Fachkräftemangel am Bau
Der Fachkräftemangel ist in der gesamten deutschen Industrie ein großes und deshalb besorgniserregendes Thema. Besonders betroffen ist jedoch die Bauindustrie: 75% der kleinen und mittleren Unternehmen sehen Probleme in der Rekrutierung von Fachpersonal. Doch warum leidet gerade die Bauindustrie unter Fachkräfteengpässen? In diesem Beitrag gehen wir den Ursachen und Folgen des Fachkräftemangels am Bau auf die Spur und halten fest, wie Sie dem als Arbeitgeber gegenüber treten können.

Fachkräftemangel: Aktuelle Zahlen und Fakten

Ein Fachkräftemangel ist ein Zustand der Wirtschaft, in der sich eine große Zahl an offenen Arbeitsplätzen und eine wesentlich geringere Zahl an verfügbaren, für diese Arbeitsplätze qualifizierte Arbeitnehmer gegenüberstehen. Auch wenn viele Unternehmen der deutschen Industrie einen besorgniserregenden Fachkräftemangel beklagen, spricht die Bundesagentur für Arbeit spricht von „vereinzelten Engpässen“. Doch wie sehen die Zahlen wirklich aus?

Das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) ermittelte, dass zwei von drei Arbeitsplätzen, die eine entsprechende Berufsausbildung oder ein Studium erfordern, schwer oder gar nicht zu besetzen sind. Laut Arbeitsmarktreport 2019 handelt es sich insgesamt um 49 Prozent der Unternehmen, die im vergangenen Jahr offene Stellen nicht mit Fachpersonal besetzen konnten – in der Baubranche suchten 61 Prozent der Unternehmen vergeblich nach Fachkräften. Doch wie die Statista-Grafik zeigt, sind auch weitere Berufszweige besonders betroffen:

betroffene branchen fachkräftemangel
Quelle: Statista, 2019

Insbesondere MINT-Berufe – also Berufe in den Bereichen Mathematik, Ingenieur-, Naturwissenschaften und Technik – leiden darunter, dass sich immer weniger für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden. Gleiches gilt für die Pflege- und Gesundheitsbranche. Nach Angaben des Basler Forschungsinstituts Prognos könnten bis 2030 in Deutschland insgesamt drei Millionen Fachkräfte fehlen.

Fachkräftemangel am Bau: Das sind die Ursachen

Die Baubranche sieht sich von Fachkräfteengpässen besonders betroffen. In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages gaben 79% der befragten Baugewerbe an, dass der Fachkräftemangel ein Geschäftsrisiko sei. Stellt sich die Frage: Warum finden gerade Arbeitgeber in der Baubranche kein qualifiziertes Fachpersonal? Wir haben mögliche Ursachen zusammengefasst – weitere Informationen finden Sie auch in unserem kostenlosen eBook zum Fachkräftemangel.

Demographischer Wandel

Experten sprechen von einer zunehmenden Überalterung der deutschen Gesellschaft durch abnehmende Geburtenraten. Auch wenn diese Tendenz langsam zurückgeht, wird die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter weiter sinken – 38 Prozent der Erwerbstätigen wird 2030 55 Jahre und älter sein (Quelle: Demographieportal, 2015). Das heißt: Auch in der Baubranche gehen mehr Menschen altersbedingt in den Ruhestand, als dass neue, junge Arbeitskräfte nachrücken.

Studium statt Ausbildung

bwohl die Löhne in technischen Ausbildungsberufen steigen und Arbeitslosenquoten stark singen, entscheiden sich Schulabgänger tendenziell für ein Studium. Laut Statistischem Bundesamt gab es 2016 insgesamt 509.600 Studienanfänger in Deutschland– das entspricht einer Quote von 57 Prozent. Man müsse an den Schulen für eine bessere Berufsorientierung sorgen und auch auf Ausbildungsberufe oder duales Studium aufmerksam machen, sagt IHK-Ausbildungsbotschafter Christoph Meier (Quelle: Deutschlandfunk, 2018).

Männerdomäne Bau

Vor allem Frauen entscheiden sich für ein Studium: Laut IHK sind zwei Drittel der Auszubildenden männlich, und das vor allem in technischen und gewerblichen Bereichen. Im Bauhauptgewerbe waren laut Statista 2014 nur knapp 10% der Beschäftigten Frauen. Wenn, dann finden sich Frauen unter Architekten und Ingenieuren: Hier betrug die Frauenquote immerhin etwa 34 Prozent. Dass sich die Bauindustrie zu wenig um weibliches Fachpersonal bemüht, könnte eine der Ursachen des Fachkräftemangels sein.

Stress und Belastung

Die Bauindustrie ist ohnehin eine Branche, die von Arbeitnehmern eine hohes Maß an Stress- und Belastungsfähigkeit abverlangt. Doch gerade der Fachkräftemangel macht es nicht einfacher, denn verbliebenes Personal muss fehlende Fachkräfte auffangen. Bei anhaltend guter Auftragslage führt dies mitunter zu anhaltendem Stress, körperlicher und letztlich auch psychischer Belastung.

Schlechtes Image

Nicht nur die körperliche Belastung, der man am Bau ausgesetzt ist, sorgt für das schlechte Image der Baubranche. In der Vergangenheit haben viele Projekte Negativschlagzeilen gemacht: Stuttgart 21, BER, Elbphilharmonie werfen ein schlechtes Licht auf die Branche. Durch diese neuen, aber auch alte Vorurteile fällt es der Bauindustrie zusätzlich schwer, Fachkräfte zu gewinnen.

Digitalisierung

Die Digitalisierung bringt nicht nur Vorteile mit sich: Viele Berufe verlieren durch die zunehmende Digitalisierung mehr und mehr an Bedeutung. Elektronische Systeme, automatisierte Vorgänge oder sogar Roboter und KI lassen bestimmte Berufe überflüssig werden. Andererseits erwartet sie neue Verantwortungsbereiche und ein komplexeres Fachwissen, dass durch den Fachkräftemangel nicht aufgefangen werden kann.

Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter

Jeder sechste Beschäftigte im Bauhauptgewerbe stammt mittlerweile aus dem Ausland. Doch die Rekrutierung von Fachkräfte aus dem Ausland ist hierzulande mit Hürden verbunden. Ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung wird bis 2020 Regelungen auf den Weg bringen, die es vereinfachen werden Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben und einzustellen.

Folgen des Fachkräftemangels

Eine Folge des Fachkräftemangels in der Baubranche liegt auf der Hand: Aufträge müssen abgelehnt werden. Oft kommt es auch zu Projektverzögerungen, da innerhalb des Bauprozesses Fachpersonal fehlt. Im schlimmsten Fall leidet auch die Ausführungsqualität der Projekte darunter und es kommt zu Mängeln und Nachbesserungsforderungen von Seiten des Bauherrn. 

Handelt es sich nicht nur um einen Fachkräfteengpass, sondern um einen dauerhaften Zustand, kann dies letztendlich ein Geschäftsrisiko sein. Gerade für mittelständische Unternehmen sinken Wachstumschancen – es kommt zu Umsatzeinbußen von knapp 50 Milliarden Euro (Quelle: EY Studie 2017). Bleibt es bei einem Bauboom und anhaltend guter Auftragslage in Deutschland, steigen Innovations- und Digitalisierungsdruck – und damit weiterhin die Nachfrage nach qualifiziertem Personal.

Was kann ich als Arbeitgeber tun?

Auch wenn mehrere dieser Ursachen auf Ihr Unternehmen zutreffen, müssen Sie vor dem Fachkräftemangel nicht einknicken. Im Gegenteil: Überzeugen Sie die wenigen, verfügbaren Fachkräfte mit Ihrer Arbeitgeberattraktivität! Wir haben für Sie Maßnahmen, die Ihre Arbeitgeberattraktivität steigern, zusammengefasst:
  • Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen
  • Potentiale von Frauen für Ihren Betrieb nutzen und in Stellenausschreibungen gezielt Frauen ansprechen
  • mehr Fokus auf die Wertschätzung Ihrer Mitarbeiter legen
  • über die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten nachdenken
  • Mitarbeiter über Unternehmensanteile am Erfolg der Firma teilhaben lassen
  • Regelmäßig Feedback der Mitarbeiter einholen
  • Image und Bekanntheit Ihres Unternehmens durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit steigern

… und das war noch nicht alles! Erfahren Sie in unserem kostenlosen eBook „Fachkräftemangel auf dem Bau: So antworten Sie digital!“ mehr über die Maßnahmen zur Steigerung Ihrer Arbeitgeberattraktivität und wie Sie diese in Ihrem Unternehmen umsetzen. Mit einem Klick auf den Button steht Ihnen das eBook kostenlos als PDF zum Download zur Verfügung.

Digitale Strategien als Schlüssel zum Erfolg

Auch und gerade in der Baubranche gilt es, mit der Digitalisierung mitzuhalten. Um Ihre Arbeitgeberattraktivität zu steigern und so dem Fachkräftemangel entgegen zu treten, müssen Sie Ihre Prozesse langfristig digitalisieren. Der Einsatz digitaler Softwarelösungen hat insbesondere in der Bauindustrie unverkennbare Vorteile: Effizienter und produktiver gestaltete Arbeitsabläufe, übersichtliches Aufgaben- und Mangelmanagement und letztendlich papierlose Baustellen. Außerdem präsentieren Sie sich als moderner und zeitgemäßer Arbeitgeber – und sprechen so auch ein junges, qualifiziertes Fachpersonal an.

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