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Baumängel vermeiden: Auf diese 5 Dinge sollten Sie vor Baubeginn achten

Das Ende der Bauphase ist im Bauprozess ein wichtiger Moment für Architekten und Bauleiter, denn etwaige Baumängel können noch beanstandet und beseitigt werden. Doch gibt es Wege, das Mängelmanagement schon bei Baubeginn im Griff zu haben. Dieser Beitrag stellt Ihnen die wichtigsten Maßnahmen bei Baubeginn und hilfreiche Tools für die Bauausführung vor.

Die Kernpunkte des Artikels:

Baumängel: Wann und wo passieren Fehler im Bau?

Laut § 13 VOB/B liegt ein Sach- bzw. Baumangel vor, wenn die Leistung zur Zeit der Abnahme nicht die vereinbarte Beschaffenheit hat und nicht den anerkannten Regeln der Technik entspricht. Mit anderen Worten: Baumängel sind unzureichende Leistungen, die für den Auftraggeber zu Bauschäden führen können – und diese wiederum haben nicht nur finanzielle, sondern auch verheerende gesundheitlichen Folgen.

Leider sind Baumängel keine Seltenheit: Wie Ingenieure des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau e.V. ermittelten, treten pro Neubau 19 Baumängel auf. So sei laut Bauschadenbericht 2018 des Instituts für Bauforschung e.V. die Anzahl der Bauschäden bei neugebauten Wohngebäuden seit 2009 um 89 Prozent gestiegen. Dabei entstehen durchschnittlich Kosten in Höhe von 83.000 Euro. Doch wann und wo passieren die häufigsten Fehler im Bau?

    • 1. Risse im Putz oder Mauerwerk: Moderne Baustoffe müssen nach Vorgabe verarbeitet, denn die unsachgemäße Verwendung von Baustoffen oder Kombination mit anderen Materialien kann zu Rissen im Putz und/oder Mauerwerk führen.
    • 2. Durchfeuchtung von Fensterlaibungen: Sind die Anschlussdetails von Fenster zu Außenputz nicht sachgemäß vorgenommen, treten Regen, Wind und damit Feuchtigkeit ungehindert ein und hinterlassen nasse Flecken an den Innenwänden.
    • 3. Undichte oder fehlende Dampfsperren: Dampfsperren sollen die hinter ihr liegenden Bauteile vor Luftfeuchtigkeit schützen. Fehlt eine Dampfsperre oder hat sie ein Leck, hat das verheerende Folgen: Wenn die Luft abkühlt, gibt sie Feuchtigkeit an die Dämmung ab, die dadurch zerstört wird.
    • 4. Bodeneinschubtreppe falsch eingebaut: Ein weiterer Grund für Schimmelbefall und verminderten Wärmeschutz sind falsch eingebaute Bodeneinschubtreppen. Im Prinzip wie eine große Leckage in der Dampfsperre, dringt mit durchströmender Luft Feuchtigkeit in Bauteile und beschädigt diese.
    • 5. Nichtentlüfteter Spitzboden: Auch ein nicht ausreichend oder gar nicht entlüfteter Spitzboden ist Ursache für Schimmelbefall und Tauwasserschäden.
    • 6. Undichter Keller: Fehlerquellen für undichte Keller schleichen sich von der Planung bis zur Bauausführung ein. Unsachgemäße Arbeiten führen zu Undichtigkeiten, die schließlich zu fünfstelligen Mängelbeseitigungskosten führen können.
    • 7. Risse in Holzbauteilen: Ein besonderes Sicherheitsrisiko sind Risse in tragenden Holzbauteilen. Diese entstehen, wenn Holz verbaut wurde, das zu viel Restfeuchtigkeit enthält. Beim Trocknen entstehen schließlich Risse.
    • 8. Entwässerung von Kelleraußentreppen: In der Planung sollte die Frage geklärt werden, wie Wasser, dass sich unweigerlich im Bereich der Kelleraußentreppe sammelt, abgefangen wird. Andernfalls drohen Feuchtigkeits- oder Frostschäden am Haus.
    • 9. Risse im Estrich: Wenn Dehnungsfugen zu angrenzenden Bauteilen nicht ausreichend dimensioniert oder an der falschen Stelle gesetzt wurden, entstehen Risse im Estrich. Das Problem: Liegt der Estrich, kann man diesen Baumangel nicht mehr ohne Weiteres erkennen. Um diesen Baumangel zu verhindert, gilt besondere Vorsicht während der Bauphase.
    • 10. Undichte Lüftungsanlagen: Ein weiterer typischer Baumangel betrifft undichte Lüftungsanlagen. Auch an dieser Stelle kann Feuchtigkeit an Bauteile gelangen, sodass Schimmelbefall droht. Auch die Energieeffizienz des Hauses vermindert sich.

    Die nun folgerichtige Frage: Wie kann es zu Baumängeln kommen?

    Gründe für Mängel

    Einer der entscheidenden Gründe ist der Bauboom seit 2009, bei dem auch die Nachfrage nach modernen Häusern mit höchsten technischen Standards an stieg – und damit auch die Auslastung der Handwerksbetriebe. Erschwert wird dies durch den anhaltenden Fachkräftemangel in Deutschland, denn für komplexe Bauprojekte bedarf es handwerklich perfekt geschultem Personal mit hohem Maß an theoretischem Fachwissen.

    Doch auch mit Fachkräften bleiben Baumängel nicht aus. Weitere Gründe für Baumängel sind eine unzureichende Bauplanung und Termindruck. Schleichen sich bereits in dieser frühen Leistungsphase Fehler ein, die bis zur Bauabnahme unentdeckt bleiben, sind gerade solche Baumängel nur noch zeit- und kostenaufwendig zu beheben.

    Checkliste: Das sind die wichtigsten Maßnahmen vor Baubeginn

    In der Leistungsphase 6 bis 8 nach HOAI, insbesondere aber in der Objekt- und Bauüberwachung sowie Dokumentation gibt es für Architekten und Bauleiter einiges zu beachten, um Baumängel zu vermeiden. Folgende Maßnahmen sollten vor Baubeginn getroffen werden:

    Punkt 1: Zu aller erst gilt es, bei der Ausschreibung, das Leistungsverzeichnis (LV) lückenlos aufzusetzen. Im LV werden nicht nur die im Rahmen des Auftrags zu erbringenden Leistungen beschrieben, sondern auch Vorschriften und Normen. Auf diese Weise ist das LV ein wichtiges Dokument, sollte es zu Baumängeln kommen.

    Punkt 2: Planstände auf der Baustelle aktuell halten, ist am effektivsten mit digitalen Apps wie die CAPMO App, in der Sie den aktuellen Bauplan hinterlegen, aktualisieren und etwaige Mängel dokumentieren können. Die digitalen Mängelliste hilft, Fristen und Verantwortliche festzulegen, den Status der Mängelbehebung zu verfolgen – und den Überblick zu behalten. Testen Sie die CAPMO App kostenlos!

    Punkt 3: In der Leistungsphase 8 (Bau- und Objektüberwachung) gehört es u.a. zu den zentralen Aufgaben des Bauleiters, Bauleistungen abzunehmen. Besonders, wenn es um Mängelmanagement geht, sollten Sie daher Kommunikationswege mit Subunternehmern klar definieren. Im Fall eines Mangels erleichtert Ihnen dies die Zusammenarbeit enorm!

    Punkt 4: Um Bau- und Montageabläufe sicherer zu machen, können Sie als Architekt und Bauleiter Fachplaner einstellen, die mit einzelnen Leistungen betraut sind. Die Kollisionsprüfung mit anderen Fachplanern bei neuen Planständen sichert sie doppelt ab: Sie können sich auf die Vorgaben des Fachplaners verlassen und arbeiten Baumängeln noch effektiver entgegen.

    Punkt 5: In den letzten Jahren entwickelte sich im Bauwesen eine baubegleitende Qualitätssicherung durch Fremdüberwacher bzw. Sachverständige. Eine solche Qualitätssicherung beinhaltet die die Überwachung der Planung des Bauwerks und die Prüfung der Bauausführung nach dem Prinzip “vier Augen sehen mehr als zwei”.

    Fazit: Mit strategischem Mängelmanagement Baumängeln zuvorkommen

    Im Mängelmanagement ist eine genaue Abbildung der Bauprozesse, die Dokumentation etwaiger Baumängel und die Einbindung aller Projektbeteiligte entscheidend. Gerade deshalb ist es wichtig, Fehlerquellen schon vor Baubeginn im Blick zu haben. In der entscheidenden Leistungsphase sollten sie Sie sich als Architekt und Bauleiter nicht mehr nur auf Millimeterpapier, Notizzettel und Excel-Tabellen verlassen. Stattdessen gilt es, Fachplaner, eine baubegleitende Qualitätssicherung oder Bausoftware wie die CAPMO App einzusetzen.

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