Bauzeitenplan: In 4 Schritten zum perfekten Bauablaufplan (inkl. Excel-Vorlage)

Bauablaufplan erstellen Vorlage

Eine Reise ohne jegliche Planung anzutreten, geht meistens nicht lange gut. Genauso ist es am Bau. Mit dem Aushub oder der Bauvorbereitung zu beginnen, ohne geplant zu haben, was danach kommt und wann, schafft nichts als Ärger. In diesem Artikel lernen Sie, worauf es bei einem Bauablaufplan ankommt.

Warum ist ein Bauablaufplan so wichtig?

Das Aufstellen eines Bauablaufplans – häufig auch Bauzeitenplan, Bauterminplan, Baukalender oder Gantt Chart genannt – ist nach der Vergabe eine der ersten Aufgaben von Architekten, Bauleitern und Co. Bauablaufpläne helfen, Gewerke zu koordinieren und zeitlich einzuteilen, Bauherren über den Baufortschritt der Gebäude in Kenntnis zu setzen und die interne Planung von Mitarbeitern und parallelen Projekten zu entscheiden.

Ganz zu schweigen davon ist die Bauablaufplanung ein wichtiger Teil der Objektüberwachung und damit auch um eine besondere Leistung nach der HOAI. Die Erarbeitung des Bauzeitenplans sollte immer in Abstimmung mit dem Auftraggeber stattfinden. Wenn dies nicht der Fall ist, sollte man sich den Plan aber zumindest nach der Erstellung schriftlich absegnen lassen, um auf der sicheren Seite zu sein.

4 Schritte zum perfekten Bauablaufplan

Bei der Erstellung bietet es sich an, sich an die folgenden vier Schritte zu halten:

1. Projektstrukturplan (PSP) erstellen

Bevor es mit der Erstellung des Bauablaufplans richtig losgeht, sollten Sie nicht vergessen, zumindest einen groben Projektstrukturplan zu erstellen. In diesem werden die einzelnen Aufgabenblöcke einmal herunter gebrochen, um sie anschließend Firmen bzw. Gewerken zuordnen zu können und zeitlich zu sortieren. Der Projektstrukturplan wird daher auch oft als der „Plan der Pläne“ bezeichnet, in dem die spezifischen Bauphasen definiert werden.

2. Aufgliederung und zeitliche Abschätzung der einzelnen Arbeitspakete

Eine wichtige Aufgabe im zweiten Schritt ist: Die Aufgabenpakete feiner untergliedern und zeitlich abschätzen. Während im Projektstrukturplan ein Arbeitspaket vielleicht noch grob als Innenausbau beschrieben wird, findet man im Bauzeitenplan eine feinere Gliederung mit Punkten – zum Beispiel der Montage der Rollläden, Fensterabdichtungen  etc. Ist diese feinere Untergliederung gemacht, muss für jedes dieser granularen Arbeitspakete die benötigte Zeit abgeschätzt werden.

Da es in der Ausführung neben der Qualität auch auf die Geschwindigkeit ankommt, sind hier durch den geplanten Fertigstellungstermin meist keine zu großzügigen Abschätzungen nötig. Ein erfahrener Planer sollte jedoch bereits hier Bedenken beim Bauherren anmelden, wenn die Bauzeitenplanung und der geplante Termin der Fertigstellung auseinander liegen. Das erspart im Laufe des weiteren Projekts allen Seiten viele Streitigkeiten.

3. Definition von Abhängigkeiten

Die Definition von Abhängigkeiten ist einer der wichtigsten Schritte. Denn vergisst man hier etwas, steht nicht selten ein Gewerk mit voller Mannschaft auf der Baustelle und kann nicht mit der Arbeit beginnen oder Abnahmen fallen erst mal aus. Klassiker aus der Praxis sind hier zum Beispiel: Türen oder Türelemente werden nicht rechtzeitig geliefert, Trocknungszeiten werden nicht berücksichtigt, Fußbodenheizungen werden zu knapp vor das Folgegewerk gelegt, etc.

Abhängigkeiten sollten daher genauestens überlegt und eingeplant werden. An Stellen, an denen es in vergangenen Projekten Probleme gab oder wo es typischerweise mit einem Gewerk aufgrund von Mängeln oder Engpässen zu Fehlern kommt, sollte man sich überlegen, einen kleinen Puffer einzubauen.

4. Erstellung des Plans als Gantt Chart

Sind die vorherigen Schritte gewissenhaft gemacht, ist die Umsetzung des Bauablaufplans in Form einer Excel Tabelle (meist als Gantt Chart) kein großes Hindernis mehr. Während der Umsetzung sollten Sie sich dennoch stets fragen, ob folgende Punkte aus dem Bauablaufplan hervorgehen:

  • unterschiedliche Arbeitsabschnitte
  • Monate, Wochen und Tage für Beginn und Ende der Arbeitsabschnitte
  • Abhängigkeiten der Arbeitsabschnitte und Gewerke (z. B. Beachtung von wetterbedingten Einschränkungen wie Frost für manche Gewerke)

Weitere Punkte, die gerne in einen Bauzeitenplan mit aufgenommen werden, sind:

  • Anzahl der für die einzelnen Arbeitsabschnitte benötigten Arbeitskräfte
  • Grobe Abschätzung benötigter Geräte, die nicht Standard sind
  • Erstellung und Verknüpfung des Bauzeitenplans mit einem Zahlungsplan für Abschlagsrechnungen

Oft vernachlässigt, aber entscheidend: Aktualisierung und Fortschreibung

Nach der Erstellung des Bauzeitenplan hört die Arbeit nicht auf. Denn wie jeder Plan muss auch ein Bauablaufplan ständig angepasst werden. Nicht selten beeinflussen schlechtes Wetter, Lieferschwierigkeiten und vor allem im Bauablauf auftretende Baumängel und Schäden den Zeitplan. Planen Sie daher jede Woche bereits zu Beginn eines Projekts einen kurzen aber fixen wöchentlichen Termin in Ihrem Kalender ein, in dem Sie die Erkenntnisse und eventuellen Verzögerungen der Woche in den Bauablaufplan einfließen lassen. Nur so können Sie sicherstellen, dass der Ablaufplan immer auf dem neusten Stand ist und Ihnen ein aktuelles Bild der Baustelle und des Fortschritts liefert.

Keine Versionskonflikte mehr: Bauzeitenplan als Excel-Vorlage

Die Standardisierung der genutzten Bauablaufpläne oder Bauzeitenpläne ist zumindest innerhalb der eigenen Firma sehr wichtig. Denn wenn jeder jedes Mal aufs Neue eine Vorlage erstellen muss, ist dies nicht nur zeitaufwendig, sondern führt auch schnell zu Fehlern. Daher sollten Sie mit einer Vorlage arbeiten, die sie gegebenenfalls auf individuelle Bedürfnisse anpassen.

Pro Tipp: Setzen Sie auf die Cloud! Nutzt man statt regulären Vorlagen Excel Online oder eine Cloud-basierte Software, lässt sich die Planung zeitgleich bearbeiten und es kommt nicht mehr zu Versionskonflikten. In unserem Beitrag ” ” lesen Sie, wie Sie Bausoftware bei sich im Betrieb einfach und zur Begeisterung aller Projektbeteiligten implementieren können.

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