DIN 276: Was änderte sich mit der Ausgabe 2018-12? (inkl. kostenlose Excel Vorlage)

Baukosten berechnen nach DIN 276

Die DIN 276 ist maßgeblich für die strukturierte Ermittlung von Kosten im Hochbau zuständig. Aber warum ist sie so wichtig für Bauherren und Planer? In diesem Artikel klären wir diese Frage und erläutern, was durch die Norm geregelt wird, welche Änderungen die Ausgabe 2018-12 mit sich brachte und wie Kostengliederung und Kostenermittlung aufgebaut sind. Außerdem erhalten Sie eine Excel Vorlage zum kostenlosen Download.

Was regelt die DIN 276?

Bauherrn sowie Planer haben das Ziel, frühzeitig eine genaue Vorstellung der Baukosten zu erlangen. Über die Leistungsphasen hinweg gilt es, die Kosten genau zu ermitteln und zu strukturieren. Dabei hilft die DIN 276 die Baukosten bei der Berechnung strukturiert zu erfassen. Erfasst werden dabei:

  • Kosten für das zu bebauende Grundstück
  • Rechtliche Kosten
  • technische und steuerliche Nebenkosten
  • Kosten der Erschließung
  • Baukosten für die Erstellung des Bauwerks
  • Konstruktionskosten
  • Kosten für technische Anlagen
  • Kosten für Außenanlagen
  • Baunebenkosten

Grundlegendes Ziel der DIN 276 ist die strukturierte Ermittlung der Projektkosten sowie der Honorare für Architekten und Ingenieure. Dabei werden Kosten und Aufwendungen für die Herstellung, den Umbau und die Modernisierung von Bauwerken erfasst. Durch die Festlegung von Begrifflichkeiten stellt die DIN 276 sicher, dass Kostenermittlungen vergleichbar sind. Folglich ist die DIN 276 keine Berechnungsmethodik, sondern vielmehr ein Organisationsmittel zur Strukturierung der Kosten, um das Bauprojekt kostensicher und transparent sowie wirtschaftlich umzusetzen. Die Norm ist für die Kostenermittlung, welche innerhalb der Bauplanung durchgeführt wird, für folgende Leistungsphasen relevant:

  • Kostenschätzung in der Leistungsphase 2 nach der HOAI,
  • Kostenberechnung in der Leistungsphase 3 nach der HOAI,
  • Kostenanschlag als Grundlage für Entscheidungen über die Ausführungsplanung und
  • die Ermittlung der anrechenbaren Kosten mit Bezug auf § 4 Abs. 1 HOAI 2013.

Ausgabe 2018-12: Was hat sich geändert?

Die DIN 276 wurde in den vergangenen Jahren immer wieder angepasst und aktualisiert. Die Ausgabe 2018-12, die im Dezember 2018 veröffentlicht wurde, stellt die aktuelle Fassung dar. Diese ersetzt die Normen DIN 276-1:2008-12, DIN 276-4:2009-08 sowie DIN 277-3:2005-04. In der Neuausgabe wurden die Aussagen zu den Kostengruppen überarbeitet, das heißt geändert, ergänzt und mit Anmerkungen versehen. Die Neuerungen kurz gefasst:

  • KG 300 und 400 wurden zu Bauwerkskosten zusammengefasst
  • KG 500 erstreckt sich nun auf Außenanlagen von Bauwerken sowie auf Freiflächen, die selbstständig und unabhängig von Bauwerken sind
  • KG 800 wurde neu aufgenommen

Ziel ist es, eine sichere und einheitliche Anwendung sowie eine größere Gliederungstiefe von Kostenschätzung und -berechnung zu gewährleisten.

Kostengliederung und Kostenermittlung in der DIN 276 (Ausgabe 2018-12)

Mit der aktualisierten Ausgabe der DIN 276 wurden die Kostengruppen aktualisiert und umstrukturiert. Bisher in sieben Kostengruppen unterteilt, findet sich in der Ausgabe 2018-12 nun eine achte Kostengruppe (800 – Finanzierung) wieder. Dass auch die übrigen Kostengruppen überarbeitet wurden, wird aus unserer aktualisierten Übersicht ersichtlich. Mit einem Klick auf die Kostengruppen sehen Sie, dass sie diese noch weiter in Teilgruppen aufteilen, um eine detaillierte Gliederung zu erreichen:

100 - Grundstück
  • 110 – Grundstückswert
  • 120 – Grundstücksnebenkosten
  • 130 – Freimachen
300 - Bauwerk - Baukonstruktionen
  • 310 – Baugrube
  • 320 – Gründung
  • 330 – Außenwände
  • 340 – Innenwände
  • 350 – Decken
  • 360 – Dächer
  • 370 – Baukonstruktive Einbauten 
  • 390 – Sonstige Maßnahmen für Baukonstruktionen
400 - Bauwerk - Technische Anlagen
  • 410 – Abwasser-, Wasser-, Gasanlagen
  • 420 – Wärmeversorgungsanlagen
  • 430 – Lufttechnische Anlagen
  • 440 – Starkstromanlagen
  • 450 – Fernmelde- und informationstechnische Anlagen
  • 460 – Förderanlagen
  • 470 – Nutzspezifische Anlagen
  • 480 – Gebäudeautomation
  • 490 – Sonstige Maßnahmen für Technische Anlagen
500 - Außenanlagen und Freiflächen (vorher: Außenanlagen)
  • 510 – Geländeflächen
  • 520 – Befestigte Flächen
  • 530 – Baukonstruktionen in Außenanlagen
  • 540 – Technische Anlagen in Außenanlagen
  • 550 – Einbauten in Außenanlagen
  • 590 – Sonstige Maßnahmen für Außenanlagen
600 - Ausstattung und Kunstwerke
  • 610 – Ausstattung
  • 620 – Kunstwerke
700 - Baunebenkosten
  • 710 – Bauherrenaufgaben
  • 720 – Vorbereitung der Objektplanung
  • 730 – Architekten- und Ingenieurleistungen
  • 740 – Gutachten und Beratung
  • 750 – Kunst
  • 760 – Finanzierung
  • 770 – Allgemeine Baunebenkosten
  • 790 – Sonstige Baunebenkosten

Stufen der Kostenermittlung lt. DIN 276

Innerhalb der Kostengruppen kann zusätzlich nach folgenden fünf Stufen der Kostenermittlung untergliedert werden:

  1. Kostenrahmen

    Der Kostenrahmen dient als Grundlage für die Entscheidung über die Bedarfsplanung sowie für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und einer möglichen Finanzierung des Projekts. Zusätzlich funktioniert Sie zur Festlegung der Kostenvorgabe. Der Kostenrahmen wird dabei insbesondere aus quantitativen Bedarfsangaben und qualitativen Bedarfsangaben des Bauherren ermittelt.
    Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung
    Ziel: Vorgaben für Kostenschätzung und Kostenkontrolle

  2. Kostenschätzung

    Die Kostenschätzung soll basierend auf der Vorplanung Kosten ermitteln. Auf Grundlage dessen wird eine Entscheidung bzgl. der Fortführung des Projektes getroffen und damit die Überführung in die Entwurfsplanung. Nach DIN 276 ist die Kostenschätzung in mindestens 7 Kostengruppen bis zur 1. Ebene der Kostengliederung zu gliedern.
    Leistungsphase 2: Vorentwurfsphase
    Ziel: Kostenvorgabe für Kostenberechnung uns als Kostenkontrolle

  3. Kostenberechnung

    Basierend auf der Entwurfszeichnung und der Massenermittlung wird eine genauere Kostenberechnung durchgeführt. Die Norm sieht hier ein Berechnung bis zur zweiten Ebene der Kostengliederung vor. Dabei können zwei Ansätze gewählt werden: Aufteilung der Kosten auf die Kostengruppen und Ermittlung der zu bauenden Mengen.
    Leistungsphase 3: Entwurfsphase
    Ziel: Kostenvorgabe für Kostenberechnung uns als Kostenkontrolle 

  4. Kostenanschlag

    Grundlage für den Kostenanschlag (auch bepreistes Leistungsverzeichnis) die Ausführungsvorbereitung. Der Kostenanschlag wird sowohl für die Genehmigungsplanung in der 4. Leistungsphase verwendet, aber auch bei der “Mitwirkung der Vergabe” in der 7. Leistungsphase.
    Leistungsphase 4 & 7
    Ziel: Kostenvorgabe für die Auftragsvergabe und als Kostenkontrolle

  5. Kostenfeststellung

    Die Kostenfeststellung findet am Ende des Bauprojektes statt und hat die Ermittlung und Dokumentation der tatsächlich entstandenen Kosten zum Ziel. Sie bassiert meist auf gestellten Schlussrechnungen, andere Kostenbelege und ggf. Nachweise über Eigenleistungen und wird in der Leistungsphase 8 erstellt.
    Leitungsphase 8: Objektüberwachung
    Ziel: Kostenfeststellung der tatsächlich entstandenen Kosten

Für Sie haben wir die Kostengruppengliederungen im Detail aller Auflagen der DIN 276 in einer Excel-Tabelle zusammengefasst. Mit einem Klick auf den nachfolgenden Button können Sie die DIN 276 Excel-Vorlage kostenlos herunterladen und auf Ihrem PC speichern. Die einzelnen Arbeitsmappen beziehen sich dabei auf die entsprechenden Auflagen der DIN Norm. 

Hier die DIN 276 als Excel-Vorlage herunterladen

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